Die Erinnerungskiste – ein echter Schatz, der es in sich hat!
Lasst uns heute in das Ritual der «Erinnerungskiste», auch als «Zeitkapsel» bekannt, bei Willkommensfeiern eintauchen. Die detaillierte Ausführung kann auf viele Arten variieren. Natürlich gibt es unterschiedliche Rituale, die in Zeremonien integriert werden können und die «Erinnerungskiste» ist nur eines davon.
Rituale sind symbolische Handlungen, die in Zeremonien einen feierlichen Charakter erhalten und bewusst vollzogen werden. Die Bedeutung des Rituals glüht oft auch in der Zukunft nach.
Idee der Zeitkapsel
Der neue Erdenbürger erhält bei der Willkommensfeier seine eigene Erinnerungskiste. Alle anwesenden Gäste, meistens die enge Familie und Paten, legen nacheinander ihren persönlichen Erinnerungsgegenstand für den kleinen Schatz in die Kiste. Die persönlichen Worte, welche die Wünsche und dieses Ritual begleiten, sind gespickt von Humor, Tiefgang und wundervollen Emotionen. Zum 18. Geburtstag, soll der bzw. die nun junge Erwachsene den ganz eigener Schatz voll Memoiren von Menschen, die sie/ihn lieben und auf dem Weg soweit begleitet haben, als Geschenk erhalten.
Ein Lieblingsrituale
Viele junge Eltern und Familien durfte ich bereits mit einer Willkommensfeiern begleiten und das Ritual der Erinnerungskiste ist jedes Mal ein absolutes Highlight für mich, sofern sich die Eltern entscheiden, dies in die Zeremonie einzubauen. Wo bei einer freien Taufe oft auch die Brücke von drei, manchmal sogar vier Generationen geschlagen wird, symbolisiert dieses Ritual auf schönste Weise den Kreislauf des Lebens. Die individuellen, persönlichen Gegenstände und Gedanken, die sich die einzelnen «Schenker» zu ihrem Beitrag überlegen, sind unglaublich.
Fotos finden ihren Platz, manchmal ganze selbstgestaltete Erinnerungsbücher. Eine technische Momentaufnahme wenn ein «Handy mit Baujahr des Ehrengastes» dazu kommt. Die Zeitung vom Geburtstag, persönliche Gegenstände der eigenen Kindheit. Eine Flaschenpost (im Coronajahr natürlich in einer Corona-Bier-Flasche) mit Nachrichten-Auszügen, die zeigen, wie die werdenden Eltern die frohen Neuigkeiten verkündeten. Manchmal finden auch Goldvreneli ihren Weg in die Kiste. «Eine sichere Währung auch in harten Zeiten», so haben es Urgrosseltern schon bezeichnet.
Ein Geschenk für die Zukunft
Mit dem Bewusstsein, dass die ältere Generation vielleicht in fast zwei Jahrzehnten, wenn die Kiste wieder geöffnet wird, nicht dabei sein wird, berühren mich die persönlichen Briefe mit Erzählungen aus dem eigenen Leben, die Wünsche an ihre Nachkommen, aber vor allem die Liebe für dieses kleine Wunder immer wieder aufs Neue. Daher ist die «Erinnerungskiste» und vor allem ihre Bedeutung bei Willkommensfeiern eines meiner Lieblingsrituale.
Gut zu wissen – Tipps und Tricks
Informiert eure Gäste im Vorfeld, was die Idee und Absicht der Zeitkapsel ist, sodass sie genügend Zeit haben, sich vorzubereiten. Die Kiste wird oft und gerne von den Eltern oder Gotti und Götti selber dekoriert, das gibt einen ganz persönlichen Touch. Material dazu findet ihr zum Beispiel in Baumärkten. Falls ihr sie personalisiert bestellen möchtet, gibt es auch viele Anbieter online. Eine Websuche mit «personalisierte Holzkiste» liefert schon sehr viele Treffer.