Die Abschiedsfeier eines geliebten Menschen ist ein bedeutungsvoller Moment. Die Natur bietet eine einzigartige Kulisse – getragen von sanften Klängen, intensiven Farben und einer unvergleichlichen Atmosphäre unter dem weiten Himmel. Was gibt es für Möglichkeiten?
In der Schweiz ist das Verstreuen der Asche unter bestimmten Bedingungen möglich. Damit der Abschied im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben und ethischen Grundsätzen erfolgt, sollten folgende Aspekte beachtet werden:
Die Gefühle anderer – auch unbeteiligter Personen – dürfen beim Verstreuen der Asche nicht verletzt werden.
Die Asche sollte möglichst frei von Schwermetallen sein, um die Umwelt zu schützen.
Sie sollte so verstreut werden, dass sie unauffällig bleibt und sich schnell auflöst.
Es empfiehlt sich, sich vorab bei den zuständigen Behörden über die Regelungen zu informieren.
Sind diese Fragen geklärt, sollten praktische Überlegungen zur Wahl des Ortes und der Art des Abschieds folgen.
Am Wasser
Eine Beisetzung in einem See ist idyllisch, doch die Umsetzung kann herausfordernd sein. Direktes Verstreuen am Ufer ist nicht gestattet. Ein langer Steg oder noch besser, ein Boot, bieten eine Lösung. In flachen Gewässern kann die Asche mit Abstand und Würde verstreut werden, gegebenenfalls mit Stiefeln.
Auch fliessende Gewässer bergen Herausforderungen: Die Asche sinkt rasch zu Boden und gleitet nicht mit dem Fluss mit. Das Wasser verfärbt sich vorübergehend. Begleitsymbole wie Blumen oder Schwimmkerzen werden von der Strömung oft ans Ufer zurückgetrieben, was die Symbolik des Abschieds stören kann. Daher empfiehlt sich die Verstreuung besser von einer Brücke oder einem Steg aus.
Ist der Ort abgeschieden genug für eine ungestörte Zeremonie?
Könnten Spaziergänger oder freilaufende Hunde stören?
Hat man einen passenden Platz gefunden, kann dieser vorab gestaltet werden. Beim Verstreuen der Asche ist auf Windverhältnisse zu achten. Niemand möchte, dass diese unkontrolliert verweht. Terrariensand in verschiedenen Farben kann helfen, die Asche würdevoll zu integrieren.
In den Bergen
Die Asche sollte nicht direkt an Wanderwegen verstreut werden, sondern an einem ruhigen, geschützten Ort. Da sie vorübergehend einen feinen grauen Film über Pflanzen hinterlassen kann, hilft der Regen bei der natürlichen Auflösung. Bunte Blütenblätter können den Abschied optisch sanfter gestalten.
Bei der Planung einer Abschiedsfeier in der Natur ist es wichtig, die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Trauergäste zu berücksichtigen:
Erreichbarkeit: Ist der Ort gut zugänglich? Liegt er nahe an Parkmöglichkeiten oder ÖV?
Ablauf der Feier: Könnte eine Trauerfeier in einem Lokal stattfinden, gefolgt von einer gemeinsamen Verstreuung? Ein stiller Trauerzug kann eine würdevolle Verbindung schaffen.
Streuung der Asche: Vor dem Anlass sollte unbedingt geklärt werden, wie die gewählte Urne geöffnet wird.
Wetterbedingungen: Sollte ein alternatives Datum für Regen vorgesehen werden?
Aufteilung der Zeremonie: Eine Trennung zwischen Abdankung und Ascheverstreuung hat sich bewährt – die Verstreuung kann später im kleineren Kreis erfolgen.
Die Urne
Hat die Trauerfamilie schon überlegt, was mit der entleerten Urne geschehen soll? Wichtig ist, dass sie aus umweltfreundlichen Materialien besteht. Ein feierlicher Übergang, etwa in einem speziell dafür vorgesehenen Feuer, kann den Abschiedsprozess würdevoll abrunden. Dies kann auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Der Abschied ist nicht nur ein Moment des Loslassens, sondern auch eine Gelegenheit, das Leben und die Erinnerung zu ehren. Die Natur bietet einen Raum für Besinnung, in dem Vergangenes wertgeschätzt und Zukünftiges mit Liebe bewahrt wird.
Zeremonienleiter
Als Trauerrednerin oder Trauerredner stehen wir unsere Klienten einfühlsam zur Seite, beraten diese individuell und übernehmen auf Wunsch einzelne Schritte, die besonders schwerfallen.